Wissenswertes über Pigmente

Wissenswertes über Pigmente

Was man zu Pigmenten wissen sollte

Pigmente sind, salopp gesagt, das, was Farben erst bunt macht. Bereits unsere keulenschwingenden Urahnen haben Pigmente verwendet, wie die Höhlenmalereien z.B. in Altamira eindrucksvoll beweisen. Der Ursprung jener Pigmente war v.a. die Erde, auch heute noch wird beispielsweise Ocker verwendet, nach wie vor wird danach gegraben, das Pigment aber natürlich anders aufbereitet.
Aber auch die Höhlenmenschen haben schon mit Pigmenten „gearbeitet“, die einem Herstellungsprozess unterzogen wurden: nichts anderes ist es nämlich, wenn Holz oder auch Knochen erst verbrennen müssen, damit sie als farbgebende Substanzen dienen können. Sowohl Beinschwarz als auch Holzkohle werden noch immer künstlerisch genutzt ;-)

Im Laufe der Jahrtausende kamen neue Pigmente hinzu: aus Pflanzen (Indigo z.B. oder auch Gelbwurz) aus Tieren (das Purpurrot wurde tatsächlich aus Purpurschnecken gewonnen), aus Mineralien oder Edelsteinen (gemahlene Edelsteine werden z.B. in Japan gerne verwendet).

Nicht alles hat sich halten können, der Gebrauch von Schnecken z.B. dürfte heutzutage sehr eingeschränkt sein. Verschiedene Pigmente, die sich als giftig herausgestellt haben (man denke nur an die Miniaturenmaler in den Klöstern, die den Blei-oder Quecksilbergehalt ihrer Farben nicht gerade gut vertragen haben…) wurden durch andere ersetzt.

Viele Pigmente heutzutage werden chemisch im Labor erzeugt und können teilweise den Bedürfnissen des Verwenders angepasst werden. Aber sie haben eines gemeinsam:

Von speziellen Pigmenten, die besondere Zusätze enthalten, einmal angesehen, benötigen Pigmente immer ein Bindemittel, um zu Farbe zu werden, d.h. es genügt nicht, sie einfach in Wasser einzurühren.

Nicht jedes Pigment eignet sich für jedes Bindemittel, alle unserer Pigmente lassen sich zu Acrylfarben verarbeiten (dazu benötigt man Acrylemulsion oder – binder, wovon wir kleine Abfüllungen unter Acrylfarben im Shop anbieten).
Viele sind zur Herstellung von Ölfarben, einige zur Herstellung von Aquarellfarben oder Eitempera geeignet. Die meisten unserer Kunden nutzen die Pigmente allerdings zur Herstellung von Farbgelen (bzw. färben Clearpowder damit ein), weshalb wir im Folgenden v.a. auf die Verwendung in Nagelmodellageprodukten eingehen.

Dazu ein wichtiger Hinweis: unsere Pigmente sind Künstlerpigmente, die meisten sind lt. Kosmetikverordnung (KVO) als Farbstoffe für Nagelmodellage-Produkte zugelassen (wenn das nicht der Fall ist, steht es ausdrücklich beim Angebot dabei!). Die KVO unterscheidet bei der Einteilung der für kosmetische Mittel erlaubten Farbstoffe mehrere Gruppen. Dass ein Pigment für die Nagelmodellage verwendet werden kann, bedeutet nicht, dass es z.B. gleichermaßen zur Herstellung von Lippenstift (Schleimhautkontakt!), Lidschatten (Augenkontakt!) oder Rouge (längerer Hautkontakt!) verwendet werden darf! Bitte beachtet das, wenn Ihr vorhabt, Pigmente für andere Zwecke zu nutzen!

Grundsätzlich gilt, dass Farbpigmente (anders als z.B. Perlglanzpigmente) extrem sparsam dosiert werden sollten. Besonders bei der Verwendung mit UV-Gel ist das zu beachten, damit die Gele gut aushärten!
Oft genügt ein Teil Pigment auf 10 (zehn!) Teile Bindemittel, also auch Gel (möglichst dünnviskoses verwenden!). Auch unsere Shimmering-Pigmente sollten sparsam dosiert werden!

Nicht alle Pigmente sind deckend (das hat nicht das Geringste mit der Qualität zu tun, sondern schlicht und ergreifend mit den besonderen Eigenschaften eines jeden Pigments).
Es werden hochdeckende, deckende, lasierende und transparente Pigmente unterschieden. Pigmente der Ultramarin-Gruppe (auch Violett!) sind nicht sonderlich deckend, auch bei Rot und Gelb unserer Farbpalette handelt es sich eher um lasierende Pigmente.

Es nützt in diesem Fall überhaupt nichts, den Pigmentanteil stetig zu erhöhen, da das Ergebnis dann nicht mehr aushärtet!!
Eine gute Alternative zu einem doppelten Auftrag ist die Beimischung von etwas Frenchweiß. Solange der Weißanteil gering gehalten wird, wird das Ergebnis nicht zu pastellig ;-)

Ansonsten könnt Ihr die Pigmente auch in die Schwitzschicht tupfen. Wie das aussieht, seht Ihr hier.

Wir haben diverse Kundinnen, die Pigmente für Acrylmodellage nutzen. Die Empfehlung dafür ist, die Pigmente mit Hilfe eines Mörsers noch etwas feiner zu vermahlen, gegebenenfalls zusammen mit dem Clearpowder, um eine bessere Farbverteilung zu gewährleisten. Alternativ kann man das Ganze durch ein Haarsieb streichen ;-)

Experimentierfreude ist für die Arbeit mit Pigmenten unerlässlich, 100%-ig sichere "Rezepte" gibt es leider nicht, da gerade bei der Verwendung in Gel verschiedene Komponenten (das verwendete Gel, die Lampe, die Verarbeitungsweise usw.) eine Rolle spielen.

Es empfehlen sich grundsätzlich Mustertips!

Die Pigment-INFOs zum Herunterladen, ein paar weitere Tipps und Tricks sowie Antworten auf häufig auftretende Fragen findet Ihr im Anhang!